Zu dick oder zu dünn? So erkennst du das Idealgewicht deines Hundes

Ob dein Hund das richtige Gewicht hat, merkst du am besten mit den Händen. Beim Idealgewicht spürst du die Rippen mit leichtem Druck, siehst sie aber nicht. Von oben hat dein Hund eine sichtbare Taille, und von der Seite steigt der Bauch hinter dem Brustkorb leicht nach oben an. Die Zahl auf der Waage hilft dabei, sagt allein aber wenig, weil Hunde derselben Rasse sehr unterschiedlich gebaut sein können.
Hier zeigen wir dir, wie du selbst prüfst, wo dein Hund steht, und was du tun kannst, wenn es nicht passt.
Wie prüfe ich das Gewicht meines Hundes?
Du brauchst dafür keine zwei Minuten. Am besten steht dein Hund ruhig vor dir.
- Rippen fühlen: Leg beide Hände flach an die Seiten des Brustkorbs und streich mit leichtem Druck darüber. Die Rippen sollten sich anfühlen wie die Knöchel auf deinem Handrücken. Spürbar, aber unter einer dünnen Schicht.
- Von oben schauen: Hinter den Rippen sollte die Linie zur Hüfte hin etwas schmaler werden. Das ist die Taille.
- Von der Seite schauen: Der Bauch zieht hinter dem Brustkorb leicht nach oben und hängt nicht durch.
Bei sehr langem oder dichtem Fell täuscht der Blick schnell. Da sind die Hände wichtiger als die Augen.
Woran erkenne ich, dass mein Hund zu dick ist?
Du musst fest drücken, um die Rippen zu finden, oder spürst sie gar nicht. Von oben ist keine Taille mehr zu sehen, der Rücken wirkt breit und flach. Oft bilden sich Fettpolster am Schwanzansatz und an der Brust. Viele übergewichtige Hunde hecheln schneller, laufen weniger gern und liegen lieber.
Und woran, dass er zu dünn ist?
Die Rippen sind deutlich zu sehen, auch die Wirbelsäule und die Hüftknochen stehen hervor. Die Taille ist sehr stark ausgeprägt, der Bauch wirkt eingefallen. Bei manchen Rassen wie Windhunden ist eine schlanke Linie normal, aber auch dort sollten die Knochen nicht spitz herausstehen.
Warum werden so viele Hunde zu dick?
Meistens ist es einfach mehr Futter, als der Hund verbraucht. Und das passiert schneller, als man denkt:
- Die Futtermenge wird nach Gefühl abgemessen statt abgewogen.
- Leckerchen, Kauartikel und Reste vom Tisch werden nicht mitgerechnet.
- Der Hund ist älter oder kastriert und braucht weniger Energie als früher, bekommt aber dieselbe Menge.
- Im Winter wird weniger gelaufen, aber genauso viel gefüttert.
Manche Rassen wie Labrador, Golden Retriever, Beagle oder Cocker Spaniel nehmen besonders leicht zu. Das heißt nicht, dass sie dick werden müssen. Bei ihnen lohnt sich nur ein genauerer Blick auf Menge und Figur.
Es gibt auch medizinische Gründe, etwa eine Unterfunktion der Schilddrüse, Erkrankungen der Nebenniere oder bestimmte Medikamente wie Kortison. Nimmt dein Hund zu, obwohl sich an Futter und Bewegung nichts geändert hat, lass ihn tierärztlich untersuchen. Das gilt genauso, wenn er ohne erkennbaren Grund abnimmt.
Was machen ein paar Kilo zu viel mit dem Hund?
Jedes Kilo zu viel tragen Gelenke, Herz und Lunge mit. Übergewichtige Hunde bekommen häufiger Arthrose, haben öfter Probleme mit Atmung und Kreislauf und kommen bei Wärme schneller an ihre Grenzen.
Wie viel das ausmacht, zeigt eine bekannte Langzeitstudie mit Labradoren. Die Hunde, die ihr Leben lang etwa ein Viertel weniger Futter bekamen und schlank blieben, lebten im Mittel knapp zwei Jahre länger als ihre Wurfgeschwister mit normaler Futtermenge. Und Gelenkprobleme zeigten sich bei ihnen deutlich später.
Wie nimmt mein Hund am besten ab?
Langsam und mit der Waage. So gehst du vor:
- Wieg deinen Hund und notiere das Gewicht.
- Wieg das Futter jeden Tag ab, statt es nach Augenmaß zu geben.
- Reduziere die Tagesmenge um etwa 10 bis 15 Prozent.
- Rechne Leckerchen von der Tagesmenge ab. Beim Training kannst du einen Teil der normalen Ration als Belohnung nehmen.
- Wieg alle zwei Wochen nach. Ein bis zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche sind ein gutes Tempo.
Mit einem BARF-Alleinfutter wie MUSH klappt das gut, weil du die Menge einfach anpassen kannst und die Mahlzeit trotzdem vollständig bleibt. Wie viel dein Hund normalerweise braucht, steht in unserem Artikel Wie viel BARF braucht mein Hund pro Tag? und in unserem BARF-Rechner.
Bei einem zu dünnen Hund gehst du umgekehrt vor. Erst tierärztlich abklären lassen, dann die Menge um 10 bis 15 Prozent erhöhen und die Figur beobachten.
Fragen, die wir oft hören
Wie viel wiegt ein Hund meiner Rasse normalerweise?
Rassestandards geben eine Spanne an. Die Spanne ist aber groß, und viele Hunde liegen trotzdem drüber oder drunter, ohne dass etwas falsch ist. Bei Mischlingen hilft sie kaum. Verlass dich lieber auf den Rippen-Test.
Mein Hund hat immer Hunger. Bekommt er zu wenig?
Nicht unbedingt. Viele Hunde, gerade Labradore, betteln auch satt. Solange die Figur stimmt, ist die Menge richtig.
Wie oft sollte ich nachwiegen?
Beim Abnehmen alle zwei Wochen, sonst reicht es, alle paar Wochen kurz den Rippen-Test zu machen. Kleine Hunde kannst du auf dem Arm mit dir zusammen wiegen und dann dein eigenes Gewicht abziehen.
Welche Leckerchen passen beim Abnehmen?
Kleine, fettarme Stücke, von denen du wenige brauchst. Unsere gefriergetrockneten Leckerchen aus Rinderlunge oder Rinderherz sind mager und lassen sich gut in kleine Stücke brechen.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei deutlichem Über- oder Untergewicht lass bitte zuerst medizinische Ursachen abklären.


























